Karneval Club Frösche 1972 e.V. St.Ilgen Mitglied im Bund Deutscher Karneval e.V., Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine e.V. und Kurpfälzer Narrenring Home Aktuelles Der Verein Akteure Veranstaltungen Galerie Mitglied werden Kontakt Links
Liebe Närrinnen und Narren, lieber Oberfrosch Dieter Sterzenbach, Lieber Narren-Sitzungspräsident Ralph Panzer, meine sehr geehrten Damen und Herren, als mich euer Oberfrosch nicht nur gebeten, sondern verpflichtet hatte – so wie es seine Art ist – die Festrede zu halten, habe ich mir über den Inhalt Gedanken gemacht, und zwar: 44 Jahre KC Frösche St. Ilgen – ein besonderer Grund, sich um über KC Frösche im speziellen Frösche im allgemeinen Gedanken zu machen 44 Jahre KC Frösche, um über die Zahl elf zu philosophieren 44 Jahre KC Frösche St. Ilgen – ein guter Grund Rückschau zu halten Kurzum, 44 Jahre KC Frösche St. Ilgen – ein Hauptgrund, um zu feiern Daher habe ich meine Rede in drei Teile gegliedert. 1. Teil: KC Frösche und Frösche Der erste Teil beginnt mit der berechtigten Frage, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede haben Frosch und Frösche? Die Namensfindung des Karnevalclubs „Frösche“ war nicht willkürlich, denn seit Urzeiten hatten die Diljemer den Ehrentitel „Frösche“. Schon immer war der alte Ortskern St. Ilgens von Auenniederungen umgeben und von Fröschen beliebt angenommen und übervölkert gewesen. Das Froschkonzert war in weitem Umkreis bekannt. So wurden die Diljemer eben „Die Diljemer Frösch“ genannt. Was hat der KC Frösche mit den Fröschen gemeinsam? Was unterscheidet sie? Auch wenn es etwa 2600 verschiedene Froscharten auf der Welt gibt, erkennt man Frösche doch auf den ersten Blick: Sie alle haben einen rundlichen, gedrungenen Körper, lange, kräftige Hinter- und kurze Vorderbeine. Meist sitzen sie in der typischen hockenden Haltung am Rand eines Tümpels oder auf dem Blatt einer Wasserpflanze. Ihr breites Froschmaul ist zahnlos; ihre Beute fangen sie mit ihrer langen Zunge. Vorder- und Hinterfüße haben jeweils fünf Zehen. Hier bestehen doch einige Gemeinsamkeiten. Da stimmen Sie sicher mit mir überein. Frösche leben sowohl auf dem Land als auch im Wasser. Sie sind wechselwarm: ihre Körpertemperatur hängt von der Temperatur der Umgebung ab. Ist es kalt, werden sie langsam und träge, ist es warm, sind sie quicklebendig und ihre Stimmung und Laune steigt.. Meist werden sie erst in der Dämmerung und nachts richtig munter. Hier ist ein Vergleich wohl nicht ganz zu leugnen. Die Paarung erfolgt mit einer axillaren Umklammerung durch das Männchen, also rücklings hält sich das Männchen an den Vorderbeinen des Weibchens fest. Um nicht abzurutschen, entwickeln die Männchen sogenannte Brunstschwielen. Bestehen hier etwa Gemeinsamkeiten? Meine Damen und Herren, dies überlasse ich am besten Ihrer Fantasie. Je nach Art können Frösche etwa drei bis 20 Jahre alt werden. Unsere einheimischen Grasfrösche zum Beispiel werden drei bis zwölf, Laubfrösche bis zu 25 Jahre alt. – Hier hat der KC Frösche mit 44 Jahren einen deutlichen Vorsprung – praktisch doppeltes Fröschealter. Trotz dieses hohen Froschalters sind unsere KC Frösche noch voll geistig rege. Jeder weiß, wie ein Frosch quakt. Manche Frösche kann man bis zu 500 Meter weit hören – manche Karnevalisten, insbesondere die Kleppergarde, allerdings auch. 2. Teil: Die Zahl Elf Und nun zur Zahl Elf. Am Elften Elften wird um 11.11 Uhr die Karnevals-Session eröffnet. Die Vorliebe der Narren für die Zahl Elf ist nicht eindeutig geklärt, lässt sich jedoch schon im 14. Jahrhundert belegen: Am 11. November 1391 gründete Graf Adolf I. von Kleve in der niederrheinischen Stadt den Narren-Orden von Kleve. Der Stifter besiegelte die entsprechende Urkunde an elfter Stelle. In ihr ist festgeschrieben, dass sich die Mitglieder alljährlich zu einem elftägigen feuchtfröhlichen Beisammensein versammeln sollen. Naja, heute feiern die Frösche nicht elf Tage ununterbrochen, sondern verteilen dies über 3 – 4 Monate. Sicherlich an mehr als insgesamt elf Tagen. Nach mittelalterlicher Vorstellung ist die Elf die Zahl der Maßlosigkeit, eine teuflische Zahl. Während die Zehn für das mit den Händen noch Fassbare und die zehn Gebote Gottes steht, übersteigt die Elf das Normale. Sind deshalb die Frösche maßlos? Nein, denn sie verstehen es Humor so vorzutragen, dass man darüber lacht und sich nicht ärgert. Fazit: Unsere Frösche sind zwar närrisch, aber ansonsten durchaus normal. Kommen wir nun zum Kölner Karneval, so wurde bei der Wiederbelebung des Kölner Karnevals Anfang des 19. Jahrhunderts die Elf als Zahl interpretiert, die die Gleichheit aller Menschen unter der Narrenkappe symbolisiert. Alle Menschen sind gleichberechtigt und selbstständig, sozusagen eins neben eins. Sind alle Frösche gleich? Ja, aber trotzdem ist jeder an seinem eigenen Platz ein echtes Original. Man muss auch zugestehen, dass der Karneval ein Vorreiter der Demokratie in Deutschland war. Denn unter dem Einfluss der Französischen Revolution von 1789 wurde die Elf auch als eine Zusammenfassung der Forderungen des französischen Bürgertums verstanden: E wie egalite, L wie liberte und F wie fraternite (Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit). Noch eine Frage stellt sich aus dieser Zeit: Wann entstand Ritzambo?. Aus der napoleonischen Zeit, der Zeit der Besetzung des Rheinland entstand – einer Legende zufolge – der Mainzer Narrhallamarsch: „Ritzambo“ Der Mainzer Volksmund hat allerdings eine eigene Entstehungsversion dieses Namens gesponnen. So wird berichtet, das „Ritzambo“ ginge auf einen französischen General namens Riçambeau zurück, der die Fastnacht verbieten wollte. Zu Beginn der Fastnachtszeit sei dann ein Musikcorps vor seine Residenz gezogen, um den Narrhallamarsch zu spielen und auf die Melodie den Text zu singen: „Ritzambo, Ritzambo, morsche geht die Fassnacht o.“ bzw. „Ritzamba, Ritzamba, morsche fängt die Fassnacht a.“ In der Vorderpfalz heißt es, der legendäre französische General habe „Rosambeau“ geheißen und man wohl verballhornt seinen Namen sehr viel bösartiger – naja in der Vorpfalz ist man wohl immer etwas derber - zu „Rotz am Bo“ (Rotz am Bein), daher singt man hier „Rotz am Bo, Rotz am Bo, morsche fangt die Fassnacht o.“ Sicher ist, dass der Elfte im Elften seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Art Vorbeginn des Karnevals ist und die Eröffnung der neuen Session darstellt. Nach einer anderen Deutung ist der 11. November der Tag, an dem in früheren Zeiten die landwirtschaftlichen Betriebe bis zum nächsten Frühjahr ihre Feldarbeit einstellten. Die Knechte und Mägde auf den Höfen bekamen an diesem Tag den Lohn für ihre Arbeit ausgezahlt und feierten mit dem Geld ein großes Fest. So auch unsere Frösche. Am Anfang der Kampagne haben Sie noch genug Geld. Aber am Ende???   Die aber sicherlich einfachste und zutreffende Erklärung für die Vorliebe der Narren zur Zahl Elf ist, dass die Elf eine "Schnapszahl" sei und ihr häufiges Vorkommen am Elften im Elften gebührend gefeiert werden müsse. 3. Teil: Aus der Geschichte der Frösche Es gab einmal eine Zeit vor den „Fröschen“, die historisch belegte Vor-Frösche-Zeit, in der bereits in St. Ilgen durch örtliche Vereine Fastnacht gefeiert wurde. Es gab auch Fremdenprunksitzungen. Aber so wie die Diljemer nun mal sind, musste auch die Fastnacht in Dilje von die Diljemern gemacht werden. Aber so wie wir Deutsche man sind, musste dazu eine Organisation geschaffen werden, die die Fastnacht regelmäßig kraft Amtes zu feiern und zu organisieren hatte. Dazu trafen sich am 11. April 1972 im Gasthaus „Zum Kühlen Grund“, das heute übrigens immer noch schmerzlich vermisst wird, mutige Männer und mit Sicherheit auch Frauen, die hinter  ihren Männern standen und sie drängten, um einen Verein zu gründen. Mutig auch deshalb, weil in St. Ilgen damals andere wichtige Themen im Vordergrund standen, wie z. B. die Gemeindereform, bei der St. Ilgen trotz erbitterten Widerstandes mit dem größeren Leimen fusionieren musste. Wenn man heute zurückblickt, weiß man so nicht genau, ob Leimen von St. Ilgen oder St. Ilgen von Leimen fusioniert wurde. Die erste Frösche-Kampagne begann am 11. 11. 1972 mit elf Elferräten (diese Zahl ist bis heute unverändert) , einer Tanzgarde, Büttenrednern und einem wahrlich schwergewichtigen Männerballett. Nach einigen schweren Anfangsjahren waren die „Frösche“ dann aber ein begehrtes Erfolgsmodell. Alle Attraktionen der ersten Stunden sind heute noch wesentlicher Bestandteil der Prunksitzungen allerdings mit dem Unterschied, dass das Männerballett noch schwergewichtiger geworden ist und dies der allgemeinen Heiterkeit und Unterhaltung keinerlei Einbußen bescherte. Übrigens: Ich selbst besuchte bereits 1976 die Prunksitzung und war begeistert. Zu glaubhaften Beweis habe ich gleich drei Orden mitgebracht, und zwar zu den Jubiläen 2 x 11, 3 x 11 und 4 x 11 Jahre. Die Prunksitzungen entwickelten sich im Laufe der Jahre zu echten Highlights, zeitweise gab es drei Prunksitzungen – eine in St. Ilgen, eine in Leimen und eine Seniorenprunksitzung, an die ich mich sehr gerne erinnere. Besondere Höhepunkte waren und sind die Glossierung örtlicher Ereignisse, wie z. B. die „Spitzenleistungen“ der Stadtverwaltung. Auch ich blieb davon nicht verschont. So wurde ich - als ich noch nicht verheiratet war – auf die Schippe genommen, weil ich bei der Eröffnung einer Heiratsvermittlungsagentur den üblichen Wappenteller mit den besten Wünschen übereichte. Geholfen hat mir das allerdings nichts. Ich habe ohne Mithilfe eines Heiratsbüros als Spätberufener doch noch geheiratet. Von besonderem Ideenreichtum zeugen die Jahresorden, von denen ich einige Dutzend zu Hause habe. Auch hier wurden tlw. „schräge und weniger schräge“ örtliche Ereignisse dargestellt, z. B. 2002/2003 – Zur geplanten U-Haftanstalt - Wir wollen Ruhe in der Lichtenau, drum wird’s nix mit dem Gefängnisbau!! Und es wurde nichts mit dem Gefängnis – eine Spitzenleistung der Frösche 2003/2003 – Zur Betriebsaufnahme der S Bahn - Egal war für Züge durch den neuen S – Bahnhof brausen, sie fahr’n durch Dilje und nicht durch (Sandhausen) – und das immer noch!!! 2005/2006 – Zur Betriebsstilllegung der Brauerei - Mit Bergbräu ist es leider vorbei, jetzt trinken wir Heidelberger 1603 2006/2007 – Zur Schließung des Samba – Häusels beim Bahnhof - Ach wie war es früher doch so scheh, da konnt ma ab die Fünfe schon ins Samba-Heisl geh! Heute geht’s dafür vermutlich ins „Capri“ 2007-2008 Zum Adler– Reißt endlich die alte Ruine ab – im Ortskern sieht‘s aus wie innere Geisterstadt. Eine weitere Spitzenleistung mit Erfolg, denn heute sind dort Seniorenwohnungen, ein Kindergarten und eine Pflegeheim untergebracht. Ein Wermutstropfen bleibt: Heute wird sicherlich weniger Bier, Schnaps und Wein dort konsumiert als früher. 2010/2011 – Zur Sanierung der Alten Fabrik - Alte Fabrik energetisch neu saniert – es wurde Zeit in Kürze auch noch barrierefrei – heute ist sie ein Schmuckstück für den Ortskern – das haben die Frösche als erste erkannt. 2013/2014 – Zum Adler-Ersatz - Die Stadt hat kein Geld – von dem hat sie viel. Drum bauten wir  - das Adler-Mobil. Die hat leider mit dazu beitragen, dass der Adler abgerissen wurde. Natürlich gehört auch die Teilnahme an Umzügen, der berühmt – berüchtigte jährliche sehr unterhaltsame Ordensball, und die jährliche Rathauserstürmung zu den wesentlichen Bestandteilen der Frösche – Kultur. Derzeit zählt der KC Frösche nahezu 300 Mitglieder, davon sind 87 aktive Mitglieder. 4 Tanzgarden, Tanzmariechen, die original Diljemer Kleppergarde, eine Schautanzgruppe, Büttenredner sowie das unentbehrliche Männerballett gehören zum unverwechselbaren Repertoire der Frösche. Eine Entwicklung die zeigt, dass in  der Vorstandschaft  die  Hauptpositionen des Vereins schon  über Jahrzehnten  in  bewährten  Händen liegen. Die Organisation und Durchführung von Veranstaltungen sowohl im öffentlichen Bereich als auch für die  Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine e.V. in Speyer zeigt die Vielfältigkeit des Vereins. Dies wurde auch bei der Durchführung der Badischen Meisterschaften  im  karnevalistischen  Tanzsport 1994 und  2002 eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Natürlich darf bei einem Jubiläum der Dank nicht fehlen. Ich danke allen aktiven Mitgliedern, den passiven Fördermitgliedern, dem Elferrat, den Tanzgarden, dem Männerballett, den Tanzmariechen, den Büttenrednern und besonders auch den Besuchern. Alle verstehen es, Fastnacht zu feiern und oft zu recht den Verantwortlichen den Spiegel vorzuhalten, damit sie verstehen, was das Volk meint und denkt. Ganz besonders danke ich meinen Lieblingsfröschen, dem Oberfrosch Dieter Sterzenbach und dem Sitzungspräsidenten und Sänger Ralph Panzer stellvertretend für alle Fröschinnen und Frösche für Mutterwitz, Frohsinn, Humor, Ideenreichtum und Lebensfreude,. Zum Abschluss etwas Ernsthaftigkeit nicht von einem Büttenredner, sondern von dem Texter des Deutschlandlieds August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874). : Hoch lebe die Fastnacht! Wo wir fasten und rasten Von des Lebens Lasten, Und uns gewöhnen zu frönen Allem Schönen, Wo wir anstecken Die Kerzen unsrer Herzen, Und wie Gecken Uns selbst zum Besten haben Und mit heitern Gästen laben, Nach Fröhlichkeit trachten und dichten Und unsre Gedanken richten Eher auf den besten Keller Als auf den letzten Heller Es lebe die Fastnacht, Die keinem Last macht, Wo Wirt und Gast lacht Und ohne Rast wacht Bis an den Morgen Abzuwerfen der Sorgen Ballast-Fracht Und was das Leben verhasst macht Hoch lebe die Fastnacht! Hoch leben die Frösche im KC Frösche St. Ilgen Übrigens: Der letzte Satz stammt nicht von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, sondern vor mi.
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